07.03.2021

ANDREE CONSULT

Krankenhaussimulation – Komplexe Strukturen und Prozesse dynamisch abbilden

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine realitätsnahe Abbildung von Kapazitäten und Prozessen ist. Dadurch wird ein breites Spektrum von Szenarien antizipiert, ohne dabei in den laufenden Betrieb einzugreifen. Die ereignisorientierte Simulation im Vergleich zur statischen Berechnung ermöglicht dies. Diese Technik ist in der Industrie schon lange Standard. Im Krankenhaus aber steckt sie noch in den Kinderschuhen.

 

Simulationen können verschiedenste Abläufe und Material- sowie Personalflüsse modellhaft abbilden. In der Industrie, besonders in Zusammenhang mit logistischen Fragestellungen, finden Simulationen bereits flächendeckend Anwendung. Dabei können in den Simulationsexperimenten vielfältige Faktoren – einschließlich Störfaktoren – berücksichtigt werden, um einen Realitätsbezug herzustellen. Insbesondere im Krankenhaus ist dieser aufgrund teils massiver Schwankungen innerhalb der Prozesse und des Kapazitätsbedarfes elementar. Durch das Aufheben der Grenzen einer rein statischen, auf Durchschnittswerten der Vergangenheit bezogenen Berechnung können so verschiedenste Szenarien durchgespielt und verifiziert werden. Dies ermöglicht eine fundierte Entscheidungsgrundlage. In der Gesundheitsbranche werden die virtuellen Computermodelle vor allem im Rahmen von Neu- und Umbauplanungen oder auch bei Optimierungsprojekten eingesetzt.

 

Erfolgsprojekt Gesundheitscampus Lörrach

Ein beispielhaftes Projekt im Krankenhausbereich findet sich in Lörrach. Hier wurde zur Zentralisierung von Leistungen ein Gesundheitscampus geplant, welcher 2025 in Betrieb gehen wird. Um ein zukunftsfähiges Krankenhauskonzept zu entwickeln, erfordert der komplexe Planungsprozess eines Neubaus differenzierte Entscheidungen. So wurden zur Realisierung des Zentralklinikums Lörrach neben den statischen Planungsberechnungen auch moderne, dynamische Simulationsmodelle eingesetzt. Die technische Simulation ermöglichte hierbei der Evaluierung zukünftig erforderlicher Raumkapazitäten der Zentralen Notaufnahme sowie des Elektiven Zentrums. In dem Planungsprozess wurden für beide Zentren Prozessketten anhand von Workflows definiert. Diese und die einzubeziehenden Parameter sowie dessen Variationen wurden in Nutzergesprächen erarbeitet. Damit sich die Arbeitsgruppen in der Visualisierung wiederfinden konnten, wurden zudem die Grundrisse übernommen. Im Ergebnis konnte ein Analysetool erstellt werden, dass nach einer kurzen Schulung einfach bedienbar war und die Möglichkeit bot, unterschiedliche Szenarien zu analysieren, deren Erkenntnisse in die Planungen des Zentralklinikums aufgenommen wurden (weitere Informationen: https://www.youtube.com/watch?v=T6IrJXbptIQ).

 

Simulieren Sie selbst die Abläufe in einem Krankenhaus

In Kooperation mit SimPlan und der ENDERA-Gruppe sind im Rahmen verschiedener Projekte bereits Simulationslösungen für Kunden entwickelt und auch übergeben worden. Insbesondere das Zusammenspiel von Prozesswissen der Berater der ENDERA-Gruppe und der Simulationskompetenz der Experten von SimPlan hat es ermöglicht, effektive Werkzeuge zur Entscheidungsunterstützung zur Verfügung zu stellen.

Einen Einblick über die Funktion und den Nutzen eines Simulationsmodells erhalten Sie über die folgende Website: krankenhaussimulation-endera.de.

 

Hier steht ein prototypisches Simulationsmodell für eine Zentrale Notaufnahme (ZNA) und ein Elektivzentrum zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein Modell, bei dem Sie in der Lage sind, verschiedene Daten Ihrer eigenen Klinik einzustellen, um deren Auswirkungen im Simulationsmodell abzubilden.