Sanieren oder neu bauen?

2. Februar 2026

AKTUELLES

Sanieren oder neu bauen? Entscheidungshilfe für zukunftsfähige Krankenhausstrukturen

Die deutsche Krankenhauslandschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Strukturreformen, steigender wirtschaftlicher Druck, neue gesetzliche Rahmenbedingungen und der politische Wille zur Neuordnung der Leistungsgruppen sowie zur Ambulantisierung verändern die Anforderungen an Versorgungsstrukturen grundlegend. Gleichzeitig sind vielerorts die Gebäude in die Jahre gekommen. Krankenhäuser sehen sich daher zunehmend mit einer zentralen Frage konfrontiert: Lässt sich die gewünschte Neuausrichtung durch eine Sanierung des Bestands erreichen – oder ist ein Neubau die langfristig bessere Lösung?

Diese komplexe Entscheidung war Thema des FKT-Online-Seminars „Sanieren oder neu bauen – eine Entscheidungsmatrix für zukunftsfähige Versorgungsstrukturen“. Referent Fred Andree, Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe, stellte dabei eine strukturierte Methodik vor, die Krankenhausträgern hilft, diese richtungsweisende Frage faktenbasiert zu beantworten.

 

Weg vom Bauchgefühl – hin zu einer belastbaren Entscheidungsgrundlage

 

„Ein Fundament ist mehr als nur Beton. Man muss nicht nur stabil bauen, sondern auch stabil planen“, betonte Fred Andree im Seminar. Genau hier setzt die vorgestellte Entscheidungsmatrix an: Statt Einzelmeinungen, Erfahrungswerten oder rein finanziellen Betrachtungen ermöglicht sie eine systematische Bewertung aller relevanten Einflussfaktoren. Dazu zählen unter anderem:

 

  • baulicher Zustand und technische Restlebensdauer der Bestandsgebäude
  • funktionale Eignung für zukünftige Versorgungsmodelle
  • Anpassungsfähigkeit an ambulante und sektorenübergreifende Strukturen
  • Wirtschaftlichkeit von Sanierung versus Neubau
  • Auswirkungen auf den laufenden Krankenhausbetrieb
  • langfristige Standort- und Entwicklungsstrategien

 

Durch die strukturierte Gewichtung dieser Kriterien entsteht ein transparentes Gesamtbild, das Entscheidungsprozesse für Geschäftsführungen, Träger, Planer und politische Gremien nachvollziehbar macht.

 

Fallbeispiel aus der Praxis

 

Anhand eines konkreten Krankenhausprojekts zeigte Fred Andree, wie die Matrix in der Praxis angewendet wird. Dabei wurde deutlich: Weder Sanierung noch Neubau sind per se „die bessere Lösung“. Vielmehr hängt die richtige Strategie stark von individuellen Rahmenbedingungen ab – etwa vom Standort, den geplanten Leistungsangeboten, der regionalen Versorgungssituation oder den verfügbaren Investitionsmitteln.

Gerade vor dem Hintergrund der Krankenhausreform und der angestrebten Ambulantisierung gewinnen solche fundierten Entscheidungsinstrumente weiter an Bedeutung. Denn Fehlentscheidungen bei Bau- und Entwicklungsprojekten können langfristige wirtschaftliche und strukturelle Folgen haben.

 

Orientierung in einem dynamischen Umfeld

 

Das Seminar machte deutlich: Zukunftsfähige Krankenhausstrukturen entstehen nicht zufällig. Sie erfordern klare Zielbilder, belastbare Analysen und eine interdisziplinäre Betrachtung von Medizin, Organisation, Technik und Bau. Entscheidungsmatrizen wie die vorgestellte Methodik bieten hierfür ein wertvolles Werkzeug – insbesondere in einer Zeit, in der Krankenhäuser ihre Rolle im Gesundheitssystem neu definieren müssen.

 

Weiterführende Informationen

 

Weitere Informationen zum FKT-Online-Seminar „Sanieren oder neu bauen – eine Entscheidungsmatrix für zukunftsfähige Versorgungsstrukturen“ finden Sie hier: https://www.fkt.de/news-wissen/online-seminare/details/post/detail/News/fkt-online-seminar-sanieren-oder-neu-bauen/

 

 

 

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Ihre Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe GmbH
f.andree@endera-gruppe.de

Fred Andree, Geschäftsführer ENDERA-Gruppe GmbH
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Management Summary – Multiperspektivenstudie
zur Krankenhausreform

8. Dezember 2025

AKTUELLES

Management Summary – Multiperspektivenstudie zur Krankenhausreform

Die Studie zeigt ein deutliches Bild der aktuellen und zukünftigen Gesundheitsversorgung in Deutschland sowie der Einordnung der Krankenhausreform (KHVVG) aus Sicht der befragten Akteursgruppen. Diese setzten sich aus folgenden Kategorien zusammen: Klinikleitung & Klinikverbände, Medizin & Pflege, Politik & Ministerien, Versicherungen & Sozialverbände sowie externe Experten.

 

1. Ausgangslage: Kritische Einschätzung der Gesundheitsversorgung in Deutschland

 

Die aktuelle Gesundheitsversorgung in Deutschland wird kritisch bewertet: 86 % der Befragten nehmen im Vergleich zur Vergangenheit keine wesentlichen Verbesserungen wahr. Wesentliche Kritikpunkte sind Reglementierungen durch Politik und Verwaltung, Sektorensilos und Qualitätsrisiken durch Doppelstrukturen. Gleichzeitig zeigen sich 60 % zuversichtlich und erwarten deutliche Verbesserungen vor allem bezogen auf die medizinische und strukturelle Qualität der Gesundheitsversorgung. Deutliche Verschlechterung prognostizieren die Befragten in Hinblick auf die Versorgungssicherheit.

 

2. Krankenhausreform nur partiell ein Erfolgskonzept

 

Die Studie zeigt, dass die geplante Krankenhausreform vor allem dort überzeugt, wo es um medizinische Ergebnisqualität und Strukturqualität geht. Leistungskonzentration, schnellerer Zugang zu spezialisierten Einrichtungen, gut abgestimmte Prozesse, konsequente Ambulantisierung, digitale Entlastung sowie tragfähige Versorgungsstrukturen werden als klare Stärken der Krankenhausreform gesehen.

 

 

 

 

Abbildung 1: Positionierung von Befragungselementen auf einer mathematisch berechneten semantischen Landkarte. Die „Krankenhausreform“ wird ähnlich bewertet wie die „Gesundheitsversorgung in Zukunft”. Der Abstand zum „Ideal Gesundheitsversorgung” zeigt deutliches Optimierungspotential bzw. dass die beiden Elemente lediglich partiell die Vorstellungen einer idealen Gesundheitsversorgung erfüllen.

 

 

Gleichzeitig werden deutliche Schwächen in der aktuellen Ausgestaltung wahrgenommen. Dazu gehören starke Reglementierungen, hohe Bürokratie und ökonomische Vorgaben, die den Zugang und den Behandlungsspielraum einschränken. Zudem müssen Patientinnen und Patienten oft weitere Wege in Kauf nehmen, da nicht mehr jedes Krankenhaus alle Leistungen anbietet und der Zugang regional eingeschränkt ist. Ein zentraler Aspekt bleibt darüber hinaus unberücksichtigt: Ein umfassender Gesamtblick, also eine vernetzte, ganzheitliche und ausgewogene Steuerung der Patienten, wird in der Reform bislang kaum thematisiert.

 

3. Zielkonflikt ideale Gesundheitsversorgung

 

Als Ergebnis der Clusteranalyse konnten drei deutlich unterscheidbare empirische Gruppen mit unterschiedlichen Erwartungen an die Gesundheitsversorgung identifiziert werden:

  • Die Gruppe „Verlässliche Daseinsvorsorge” legt den Fokus auf eine umfassende und flächendeckende Versorgung, medizinische Notwendigkeit und fachliche Eigenverantwortung. In allen diesen Punkten wird die Reform als unzureichend wahrgenommen. In dieser Gruppe sind die Befragten der Kategorien Klinikleitung & Klinikverbände sowie Medizin & Pflege überdurchschnittlich vertreten.
  • Die Gruppe „Hochwertige Behandlung” bewertet die Reform sehr positiv, da sie zentrale Anliegen wie Leistungskonzentration, fachliche Exzellenz, moderne Infrastruktur und schnellen Zugang zu Leistungen erfüllt.
  • Die Gruppe „Zukunftsfähige Strukturen” sieht insbesondere Fortschritte bei Versorgungsstrukturen, Primärarztmodellen und Ambulantisierung. Gleichzeitig äußert sie Kritik, weil zentrale Erwartungen wie eine ausgewogene Balance zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit sowie eine abgestimmte Patientensteuerung in der Reform aus ihrer Sicht nicht ausreichend berücksichtigt werden.

 

4. Übergreifende Patientensteuerung als wichtigster Stellhebel

 

Die größte Hebelwirkung für eine tragfähige Reform liegt im Dreiklang aus übergreifender Patientensteuerung, intelligenter Steuerung der Patientenwege vor Ort sowie gezielter Förderung der Krankenhausinfrastruktur. Insbesondere die sektorenübergreifende Patientensteuerung erzeugt bei allen Akteursgruppen eine entscheidende Hebelwirkung – bleibt aber im aktuellen Reformprozess unterrepräsentiert. Auch die jüngste Bundesratsdebatte zum Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) hat diese Leerstelle deutlich adressiert: Gefordert wurden Nachbesserungen bei medizinisch-pflegerischer Versorgung, Leistungsspektrum, Qualitätsanforderungen und finanzieller Absicherung neuer Versorgungsstrukturen. Die Diskussionen unterstreichen, dass es in diesem zentralen Reformfeld bislang an grundlegenden Voraussetzungen fehlt.

 

5. Fünf Handlungsfelder im Fokus

 

Der Zielkonflikt der drei Perspektiven hinsichtlich einer idealen Gesundheitsversorgung wird durch die Krankenhausreform nur zum Teil aufgelöst. In der Studie lassen sich fünf zentrale Handlungsfelder identifizieren. Sie betreffen zum einen Themen, die in der Reform bislang unzureichend berücksichtigt wurden, und spiegeln zum anderen Schnittmengen der drei Idealvorstellungen wider – Bereiche also, denen eine besondere Relevanz zukommt und die eine entsprechend hohe Hebelwirkung entfalten:

 

1. Bürokratieabbau und Stärkung der Eigenverantwortlichkeit: Die Erwartungen wurden bislang enttäuscht – statt Abbau erleben viele Akteure lediglich eine Verschiebung der Bürokratie.

 

2. Versorgungssicherung: Hier wird insbesondere von der Gruppe „Verlässliche Daseinsversorge” das große Risiko gesehen, dass die Reform auf Kosten der heute zumindest weitestgehend gegebenen Versorgungssicherheit geplant wird.

 

3. Förderung der Krankenhausinfrastruktur: Die Reform bietet hier einen großen Fördertopf – doch ob die Fördermittel ausreichen und tatsächlich dort ankommen, wo es sinnvoll ist, scheint fraglich.

 

4. Patientensteuerung am Krankenhaus: Hier bleiben strukturelle Impulse bislang aus, gleichzeitig stellt die Patientensteuerung – sowohl innerhalb einzelner Häuser als auch standortübergreifend – schon heute eine wichtige und notwendige Handlungsoption dar, die nicht zwingend auf gesetzliche Anpassungen angewiesen ist.

 

5. Sektorenübergreifende Steuerung: Zwar nimmt die Krankenhausreform das vorherrschende Silodenken als Problem auf, doch sind diese Ansätze nicht ausgereift und es zeigt sich erneut mehr „Stückwerk“ als verbindliches Gesamtkonzept – beispielhaft seien fehlende Eckpunkte zu Sektorenübergreifenden Versorgungszentren wie auch das strikte Ausklammern der Bereiche Prävention, Reha und Nachsorge genannt.

 

 

Fazit: Gesamtblick statt Stückwerk mit speziellem Fokus auf übergreifender Patientensteuerung

Die größte Hebelwirkung für eine tragfähige Reform liegt im Dreiklang aus sektorenübergreifender Versorgung, intelligenter Patientensteuerung vor Ort sowie die gezielte Förderung der Krankenhausinfrastruktur.

 

 

 

 

 

Abbildung 2: Fünf zentrale Handlungsfelder hin zu einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung

 

 

Insbesondere die sektorenübergreifende Versorgung wird von nahezu allen Akteursgruppen thematisiert und verdient besondere Aufmerksamkeit. Denn obwohl sie derzeit in der Diskussion kaum Berücksichtigung findet, entfaltet sie nachweislich einen enormen Veränderungseffekt auf alle drei analysierten Schwerpunktgruppen.

Die Sicherstellung einer sektorübergreifenden Versorgung würde nicht nur den heute vorherrschenden Sektorensilos entgegenwirken, sondern ganz praktisch die Versorgungssicherung adressieren, die aus Perspektive der Befragten durch die Krankenhausreform ernsthaft bedroht erscheint. Sie würde somit einen zentralen Lösungsansatz liefern, ein hohes Versorgungsniveau sicherzustellen – trotz der anstehenden notwendigen Veränderungen.

 

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen sowie die Ergebnispräsentation als Video und als PDF-Download finden sich auf der eingerichteten Studienseite: https://nextpractice.net/Krankenhausreform

 

 

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Ihre Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe GmbH
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Krankenhaus-Transformationsfonds

19. September 2025

AKTUELLES

Krankenhaus-Transformationsfonds:
Neue Informationsseite online | krankenhaus-transformationsfonds.de

Die Informationslage zum Krankenhaus-Transformationsfonds ist dynamisch – umso wichtiger sind Klarheit und Verlässlichkeit. Mit krankenhaus-transformationsfonds.de steht ab sofort eine zentrale Anlaufstelle bereit, die Hintergründe, Orientierung und praktische Hinweise an einem Ort bündelt.

 

 

Die Transformation der Krankenhauslandschaft ist eines der zentralen Vorhaben im deutschen Gesundheitswesen. Viele Ein-
richtungen suchen nach einer kompakten, verständlichen und aktuellen Orientierung. Genau hier setzt unsere neue Website krankenhaus-transformationsfonds.de an.

 

 

Was bietet die Website?

 

  • Schneller Überblick: Einordnung von Zielen und Rahmenbedingungen des Fonds.
  • Zeitliche Orientierung: Hinweise zu Phasen/Meilensteinen und wo sich weitere Fristeninformationen finden.
  • Aktualität: Hinweise auf relevante Updates zu rechtlichen Verämderungen.

 

 

Für wen ist die Seite gedacht?

 

Die Inhalte richten sich an Entscheidungsträger/innen in Krankenhäusern, Trägerorganisationen, Planungs- und Projektverantwortliche sowie Interessierte aus Politik, Verbänden und Beratung.

Besuchen Sie krankenhaus-transformationsfonds.de und teilen Sie die Seite gern in Ihrem Netzwerk. Für Rückfragen und Feedback stehen wir unter transformationsfonds@endera-gruppe.de gerne zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführung
f.andree@endera-gruppe.de

Fred Andree, Geschäftsführer ENDERA-Gruppe GmbH
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Renteneintritt niedergelassener Ärzte bis 2030

1. August 2025

AKTUELLES

Renteneintritt niedergelassener Ärzte bis 2030 – Auswirkungen und Herausforderungen

Der demografische Wandel und der bevorstehende Renteneintritt eines großen Teils der niedergelassenen Ärzteschaft in Deutschland bis 2030 haben tiefgreifende Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. In den kommenden Jahren wird ein erheblicher Anteil der derzeit praktizierenden Ärzte ihre Praxen aufgeben oder an Nachfolger übergeben müssen. Dieser Fachbeitrag analysiert die voraussichtlichen Entwicklungen bis 2030, beleuchtet die Folgen des Ärztemangels und diskutiert mögliche Strategien, um die ambulante Versorgung langfristig zu sichern.

 

 

Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte

 

Ein wesentlicher Faktor für den kommenden Ärztemangel ist die Altersstruktur der aktuell niedergelassenen Ärzte. Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) waren im Jahr 2023 etwa 33 % der niedergelassenen Ärzte über 60 Jahre alt.

 

 

 

 

Diese Altersgruppe wird bis spätestens 2030 größtenteils in den Ruhestand gehen. In einer Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) gaben 50 % der niedergelassenen Ärzte an, innerhalb der nächsten Jahre aus Altersgründen aus der vertragsärztlichen Versorgung ausscheiden zu wollen.

 

 

 

Besonders betroffen von diesen Entwicklungen sind ländliche Regionen, wo der Nachwuchs an Ärzten bereits jetzt knapp ist. Diese Gebiete stehen vor erheblichen Herausforderungen, da sie häufig weniger attraktiv für junge Ärzte sind. Ohne gezielte Maßnahmen wird die Versorgung in diesen Regionen stark gefährdet sein.

 

 

Herausforderungen durch den Ärztemangel

 

Der bevorstehende Renteneintritt so vieler niedergelassener Ärzte führt zu einem deutlichen Rückgang an Versorgungskapazitäten. Besonders kritisch ist dies im hausärztlichen Bereich, wo sich bereits heute Versorgungsengpässe abzeichnen. Hausärzte spielen eine zentrale Rolle in der medizinischen Grundversorgung, und deren Fehlen könnte zu einer Verschlechterung der gesundheitlichen Betreuung, längeren Wartezeiten und einer erhöhten Belastung der verbliebenen Ärzte führen.

In ländlichen Regionen wird der Ärztemangel besonders stark spürbar. Der Rückgang der Arztzahlen führt dort zu einem verstärkten Versorgungsdruck. Dieser Effekt wird durch den Trend zur Urbanisierung verstärkt, da junge Ärzte tendenziell städtische Gebiete bevorzugen, die oft bessere berufliche und private Lebensbedingungen bieten.

 

 

Veränderungen in den Arbeitsbedingungen und Erwartungen

 

Ein weiterer Faktor, der den Mangel an niedergelassenen Ärzten verschärft, ist der Wandel der Arbeitswelt und die veränderten Erwartungen der jüngeren Generation von Medizinern. Während die ältere Generation von Ärzten häufig bereit war, eine Vollzeitpraxis zu führen und lange Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen, streben jüngere Ärzte vermehrt eine bessere Work-Life-Balance an. Viele Mediziner entscheiden sich für Teilzeitmodelle oder eine Anstellung in medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Gemeinschaftspraxen, statt eine eigene Praxis zu übernehmen.

Diese Entwicklung führt zu einer geringeren Zahl von Ärzten, die bereit sind, eine Vollzeitniederlassung zu übernehmen, was die Versorgungslücke weiter vergrößert. Zudem entscheiden sich viele junge Ärzte für Spezialisierungen, was zu einem weiteren Rückgang von Allgemeinmedizinern und Hausärzten führt.

 

 

Strategien zur Sicherung der ärztlichen Versorgung

 

Um den drohenden Ärztemangel abzufedern, sind umfassende Gegenmaßnahmen notwendig. Die Politik und die zuständigen Gesundheitsbehörden haben bereits verschiedene Strategien entwickelt, um die ärztliche Versorgung langfristig sicherzustellen.

 

  1. a) Förderung der Niederlassung in ländlichen Regionen:
    Die Landarztquote ist eine der zentralen Maßnahmen zur Förderung der Niederlassung in unterversorgten Regionen. In mehreren Bundesländern wird ein bestimmter Anteil der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach ihrer Ausbildung für eine bestimmte Zeit in ländlichen
    Gebieten tätig zu sein. Dies soll sicherstellen, dass auch in den weniger attraktiven Regionen Ärzte zur Verfügung stehen.
  2. b) Attraktivitätssteigerung der Niederlassung:
    Durch finanzielle Anreize wie Förderprogramme zur Praxisübernahme, Unterstützung bei Investitionen und den Abbau von bürokratischen Hürden soll die Niederlassung als Berufsperspektive wieder attraktiver gestaltet werden. Dies könnte dazu beitragen, mehr junge Ärzte für die ambulante Tätigkeit zu gewinnen.
  3. c) Förderung flexibler Arbeitsmodelle:
    Der Trend zu Teilzeit und kooperativen Arbeitsmodellen kann genutzt werden, um die Arbeit in der Niederlassung attraktiver zu gestalten. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) ermöglichen Ärzten, angestellt zu arbeiten, was eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglicht. Die Förderung solcher Arbeitsmodelle kann helfen, junge Ärzte für die ambulante Versorgung zu gewinnen.
  4. d) Digitalisierung und Telemedizin:
    Die Digitalisierung des Gesundheitswesens, insbesondere durch den Einsatz von Telemedizin, kann einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der ärztlichen Versorgung leisten. Telemedizinische Angebote können den Zugang zur Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen erleichtern, indem Patienten über digitale Plattformen mit Ärzten in Kontakt treten können, ohne lange Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen.

 

 

Ausblick bis 2030

 

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um den drohenden Ärztemangel abzumildern. Ohne zusätzliche Maßnahmen wird die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland, vornehmlich in ländlichen Regionen, vor großen Herausforderungen stehen. Der Renteneintritt der älteren Ärztegeneration wird die bereits bestehenden Engpässe weiter verschärfen, wenn nicht frühzeitig gegengesteuert wird.

Die Förderung junger Ärzte, der Ausbau flexibler Arbeitsmodelle und die stärkere Nutzung digitaler Technologien bieten jedoch Ansätze, um der Problematik zu begegnen. Innovative Lösungen wie die Telemedizin könnten speziell in ländlichen Gebieten zu einer besseren Versorgung führen und den Ärztemangel zumindest teilweise kompensieren.

 

 

Fazit

 

Der demografische Wandel unter den niedergelassenen Ärzten in Deutschland stellt eine erhebliche Herausforderung für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung dar, insbesondere in den kommenden fünf Jahren. Durch das fortgeschrittene Alter vieler Ärzte und deren bevorstehenden Renteneintritt droht eine erhebliche Versorgungslücke, besonders in ländlichen Regionen und in der hausärztlichen Versorgung. Junge Ärzte rücken nur in geringer Zahl nach, und die steigende Nachfrage nach flexiblen Arbeitsmodellen verschärft die Situation zusätzlich.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind umfassende Maßnahmen notwendig. Dazu gehören die Förderung der Niederlassung, insbesondere in unterversorgten Regionen, die Attraktivitätssteigerung des Arztberufs durch flexiblere Arbeitsmodelle sowie der Ausbau der Telemedizin und Digitalisierung. Ohne diese Veränderungen wird der Ärztemangel die flächendeckende Versorgung weiter gefährden. Es ist daher unerlässlich, dass Politik und Gesundheitswesen frühzeitig und konsequent handeln, um die zukünftige ärztliche Versorgung in Deutschland zu sichern.

 

 

 

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Ihre Ansprechpartnerin:

Marie Wirtz
Senior Consultant
m.wirtz@endera-gruppe.de

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Neubau des Kreiskrankenhauses Alsfeld

27. Mai 2025

AKTUELLES

25 Millionen Euro für Neubau des Kreiskrankenhauses Alsfeld

Vogelsbergkreis erhält Rekord-Förderbescheid für zukunftsweisendes Gesundheitsprojekt

Ein historischer Tag für den Vogelsbergkreis: Mit der Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 25 Millionen Euro wurde am Dienstag, den 23. April 2025, der Grundstein für ein Projekt gelegt, das die medizinische Versorgung in der Region auf ein neues Niveau heben soll. Die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) überreichte persönlich für den Neubau des Kreiskrankenhauses in Alsfeld den Bescheid.

 

Landrat Dr. Jens Mischak und Bürgermeister Stephan Paule (beide CDU) sowie die heimischen Landtagsabgeordneten Jennifer Giessler (CDU) und Maximilian Ziegler (SPD) zeigten sich erfreut über die finanzielle Unterstützung aus Wiesbaden. Sie betonten die konstruktive Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden.

 

„Das Kreiskrankenhaus Alsfeld erfüllt eine wichtige Funktion für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung – wir unterstützen es dabei gezielt“, sagte Ministerin Stolz bei der Übergabe. Landrat Mischak ergänzte: „Wir stellen die Gesundheitsversorgung der Region – mit starker Rückendeckung aus Wiesbaden – für die Zukunft stabil auf.“ Der geplante kompakte Klinikneubau bringe alles mit, was ein systemrelevanter Basisnotfallversorger im ländlichen Raum bieten müsse.

 

Im Zusammenhang mit der bundesweiten Krankenhausreform kündigte die Ministerin weitere Hilfen an: „Wir unterstützen die Regionen und Kliniken, damit sie sich im Zuge der Umsetzung der Krankenhausreform neu aufstellen und ausrichten können. Damit verbunden ist ein ausdrückliches Bekenntnis zum ländlichen Raum.“

 

Die ENDERA-Gruppe hat als Bauherrenbegleitung das ambitionierte Vorhaben bis heute betreut. Unter anderm durch diese Expertise soll sichergestellt werden, dass der Neubau effizient, termingerecht und kostengerecht nach höchsten Standards projektiert ist.

 

Der Baubeginn für das neue Kreiskrankenhaus ist für Herbst 2025 geplant. Die Fertigstellung wird voraussichtlich Ende 2028 erfolgen. Nach Abschluss des Projekts wird die Einrichtung über modernste medizinische Ausstattung verfügen und somit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung im Vogelsbergkreis leisten.

Ihr Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe GmbH
f.andree@endera-gruppe.de

Fred Andree, Geschäftsführer ENDERA-Gruppe GmbH
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Gemeinsam für eine Gesundheitsversorgung mit Zukunft.

1. April 2025

AKTUELLES

ENDERA x nextpractice – Kooperation für echten Wandel im Gesundheitswesen

Veränderung beginnt mit dem Blick nach innen

 

Strukturelle Reformen und strategische Konzepte greifen nur, wenn sie die gelebte Kultur berücksichtigen. Wer Veränderungen plant, ohne die Stimmungslage und Haltung der Mitarbeitenden zu kennen, riskiert Widerstände – und das Scheitern zentraler Vorhaben. Erfolgreiche Transformation beginnt deshalb mit einer fundierten Analyse der kulturellen Ausgangslage. Genau hier setzt unsere Kooperation mit nextpractice an.

 

nextpractice: Kultur sichtbar machen

 

nextpractice hat ein innovatives, datenbasiertes Analyseverfahren entwickelt, das u.a. in Krankenhäusern intuitiv erfasst, wie Mitarbeitende ihre Organisation erleben – mit all ihren Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Dabei geht es nicht nur um offensichtliche Probleme, sondern auch um verborgene Potenziale, Einstellungen, Veränderungswünsche – oder auch Widerstände. Mithilfe semantischer Landkarten, Portfolios und Sensitivitätsanalysen wird Unternehmenskultur messbar, sichtbar und gestaltbar – ganz ohne klassische Fragebögen.

 

ENDERA: Veränderungen ermöglichen

 

Während nextpractice die entscheidenden Stellschrauben und kulturellen Spannungsfelder aufzeigt, entwickelt ENDERA daraus praxisorientierte Maßnahmen und steuert passgenaue Veränderungsprojekte. Ob neue Versorgungsstrukturen, interdisziplinäre Zusammenarbeit oder die Integration mehrerer Klinikstandorte – ENDERA bringt Expertise, Projektmanagement und Change-Know-how zusammen, um die Ergebnisse der Analyse in tragfähige Lösungen zu überführen.

 

Mehr als Symptombehandlung

 

Oft gehen im hektischen Klinikalltag die feinen Signale verloren: Wo herrscht Unsicherheit? Wo besteht Bereitschaft zum Wandel? Welche Ideen schlummern im Team? Unsere gemeinsame Arbeit hilft, genau das sichtbar zu machen – und darauf aufbauend echte, tragfähige Veränderung zu gestalten.

 

Denn eines ist klar: Veränderungsprozesse können scheitern – selbst bei guter Strategie, wenn sie an der gelebten Realität vorbeigehen. Ohne die Einbindung von Mitarbeitenden, ihren Sichtweisen und Stimmungen, fehlt es an Rückhalt und Wirkung. Deshalb braucht nachhaltiger Wandel mehr als neue Strukturen – er braucht eine Unternehmenskultur, die ihn trägt. Und ein Zusammenspiel aus präziser Analyse und konsequenter Umsetzung.

 

Genau das ist das Ziel unserer Kooperation. Gemeinsam für eine Gesundheitsversorgung mit Zukunft.

 

 

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Ihr Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe GmbH
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Ein Gesundheitskiosk dient in erster Linie als zentrale Informations- und Beratungsstelle

7. März 2025

AKTUELLES

Gesundheitskiosk als neuer Zuweiser für Arztpraxis und Klinik

Gesundheitskioske etablieren sich zunehmend als niedrigschwellige Anlaufstellen im deutschen Gesundheitssystem, insbesondere für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Diese Einrichtungen haben das Ziel, Patienten und Patientinnen eine bessere Orientierung im Gesundheitswesen zu ermöglichen und gleichzeitig die medizinische Versorgung effizienter zu steuern. Neben der Gesundheitsberatung übernehmen sie auch eine Vermittlungsfunktion, indem sie Patienten und Patientinnen gezielt an Hausarztpraxen oder Fachkliniken weiterleiten. Doch inwiefern können Gesundheitskioske tatsächlich als neue Zuweiser fungieren und welche Auswirkungen hat dies auf das bestehende Versorgungssystem?

 

Ein Gesundheitskiosk dient in erster Linie als zentrale Informations- und Beratungsstelle. Patienten*, die bislang keinen festen Hausarzt haben oder Schwierigkeiten bei der medizinischen Versorgung erleben, erhalten hier erste Hilfe. Die Hauptaufgaben dieser Einrichtungen umfassen die allgemeine Gesundheitsberatung, die Orientierung innerhalb des Versorgungssystems, die Vermittlung an passende medizinische Fachkräfte sowie die Unterstützung bei der Terminvereinbarung. Zudem begleiten Gesundheitskioske Patienten in der Nachsorge, indem sie darauf achten, dass Therapien eingehalten und Kontrolltermine wahrgenommen werden.

 

Die Personalstruktur in Gesundheitskiosken ist interdisziplinär angelegt. Gesundheitsberater mit einer Ausbildung im Gesundheits- oder Sozialwesen übernehmen die allgemeine Beratung und Präventionsaufklärung. Examinierte Pflegefachkräfte unterstützen Patienten bei gesundheitlichen Fragen und vermitteln Maßnahmen zur Selbstversorgung. Medizinische Fachangestellte (MFA) übernehmen administrative Aufgaben, Terminmanagement und einfache diagnostische Maßnahmen. Ergänzt wird das Team durch Sozialarbeiter, die Hilfestellungen bei sozialrechtlichen Fragen geben, sowie Hebammen, die Schwangere begleiten. Psychologische Fachkräfte stehen zudem für psychologische Beratung und Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Diese Zusammensetzung ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung der Patienten und optimiert die Steuerung innerhalb des Gesundheitssystems.

 

Für Arztpraxen und Kliniken ergeben sich durch die Einführung von Gesundheitskiosken sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Ein klarer Vorteil ist die gezielte Patientenlenkung: Arztpraxen profitieren von einer stabileren Auslastung, da gezielt Patienten und Patientinnen mit konkretem Behandlungsbedarf zugewiesen werden. Durch die Vorberatung im Gesundheitskiosk kann die Beratungszeit in den Arztpraxen reduziert werden, da viele Fragen bereits vorab geklärt werden. Zudem verbessert sich der Zugang zu medizinischer Versorgung für sozial schwächere Gruppen, wodurch eine gleichmäßigere Verteilung von Behandlungsressourcen ermöglicht wird. Gleichzeitig birgt die Steuerung durch Gesundheitskioske auch Risiken. Ein unkontrollierter Patientenstrom könnte zu einer ungleichmäßigen Verteilung führen, wenn keine enge Abstimmung mit den Arztpraxen erfolgt. Zudem dürfen Gesundheitskioske keine Diagnosen stellen, was die präzise Weiterleitung erschwert. Darüber hinaus könnte eine Konkurrenz zu bestehenden Versorgungsstrukturen entstehen, insbesondere wenn Gesundheitskioske über erweiterte Beratungsleistungen hinaus tätig werden.

 

Die Initiierung eines Gesundheitskiosks kann durch unterschiedliche Träger erfolgen. Kommunale Initiativen sind häufig die treibende Kraft hinter der Einrichtung solcher Anlaufstellen, um die regionale Gesundheitsversorgung zu verbessern. Gesetzliche und private Krankenkassen können sich ebenfalls an der Finanzierung und Umsetzung beteiligen, um die medizinische Betreuung ihrer Versicherten zu optimieren. Gemeinnützige Organisationen oder soziale Träger engagieren sich in der Regel im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention und können als Betreiber fungieren. Zudem gibt es Möglichkeiten, Gesundheitskioske als Public-Private-Partnerships zu realisieren, bei denen private Unternehmen aus dem Gesundheitssektor mit öffentlichen Institutionen kooperieren.

 

Ein wesentlicher Aspekt, der die flächendeckende Etablierung von Gesundheitskiosken erschwert, ist das Fehlen verbindlicher gesetzlicher Vorgaben. Eine einheitliche Finanzierungsstruktur existiert bislang nicht, sodass viele dieser Einrichtungen auf individuelle Fördermodelle angewiesen sind. Darüber hinaus fehlt es an klaren gesetzlichen Regelungen, die definieren, welche Aufgaben Gesundheitskioske offiziell übernehmen dürfen und welchen Qualitätsstandards sie entsprechen müssen. Auch die Integration in das bestehende Versorgungssystem ist uneinheitlich geregelt, was die Zusammenarbeit mit Arztpraxen und Kliniken erschweren kann.

 

Ein kritischer Punkt ist zudem die Möglichkeit, dass Institutionen oder Träger eines Gesundheitskiosks direkten Einfluss auf die Patientensteuerung nehmen könnten. Falls ein Gesundheitskiosk eigenständig von einer Klinik oder einem MVZ betrieben wird, besteht die Gefahr, dass Patienten bevorzugt in diese Einrichtung gelenkt werden – möglicherweise vorbei an anderen, eventuell besser geeigneten medizinischen Einrichtungen. Eine solche Steuerung könnte nicht nur zu einer Wettbewerbsverzerrung führen, sondern auch dazu, dass die medizinische Versorgung nicht mehr ausschließlich nach objektiven medizinischen Kriterien erfolgt, sondern auch nach wirtschaftlichen Interessen der Betreiber. Um dies zu verhindern, bedarf es klarer Regularien, die eine neutrale und patientenorientierte Weiterleitung sicherstellen.

 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Gesundheitskioske als Schnittstelle zwischen Patienten und Patientinnen, Arztpraxen und Kliniken eine wertvolle Ergänzung im Gesundheitssystem darstellen können. Sie ermöglichen eine bessere medizinische Orientierung, optimieren die Behandlungssteuerung und erleichtern den Zugang zu medizinischer Versorgung. Ihr Erfolg hängt jedoch maßgeblich von einer engen Zusammenarbeit mit den bestehenden medizinischen Einrichtungen sowie von klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Um eine unabhängige und objektive Patientenlenkung zu gewährleisten, sind verbindliche Regelungen erforderlich, die wirtschaftliche Interessen einzelner Betreiber begrenzen und den Fokus auf eine bestmögliche Versorgung der Patienten legen.

 

 

* Siehe Gender-Hinweis

Ihre Ansprechpartnerin:

Marie Wirtz
Senior Consultant
m.wirtz@endera-gruppe.de

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Notwendige bauliche Veränderungen im Krankenhaus führen häufig zu der Frage „Sanierung oder Neubau?“

6. Februar 2025

AKTUELLES

ENDERA-Webinar stellt sich der Frage: „Sanierung oder Neubau?“

Am 30.Januar 2025 lud die ENDERA-Gruppe Interessierte zu einem Webinar ein, welches sich der Frage widmete: „Sanierung oder Neubau?“

 

Diese Frage dürfte viele Verantwortliche von Krankenhäusern betreffen. Denn im Rahmen der Krankenhaus-Reform und den damit verbundenen Leistungsverschiebungen befinden sich viele Einrichtungen in einem Transformationsprozess und müssen ihren baulichen Bedarf unter Umständen ihrer neuen Medizinstrategie unter Berücksichtigung der neuen Leistungsgruppen anpassen.

 

Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe Fred Andree referierte rund um das Thema bauliche Transformation und zeigte den rund 30 Teilnehmern eine Methodik auf, wie man zu einer Entscheidung findet und diese in einer Entscheidungsmatrix für alle Betroffenen transparent und nachvollziehbar darstellen kann. Reges Interesse gab es auch zum Transformationsfonds, dessen Verabschiedung durch den Bundesrat für Februar geplant ist. Anträge für zu fördernde Vorhaben sollen dann ab dem 1. Juli 2025 gestellt werden können – jedoch nur, wenn die Projekte eine auf die Leistungsgruppen bezogene Veränderung der stationären Versorgung bewirken, wie beispielsweise die Zusammenführung von Standorten zu einem Zentralklinikum.

 

Ganz nach dem Hinweis von Herrn Andree „ein Fundament ist mehr als nur Beton“, sollte also die erste Frage stets lauten: „Welche Leistungen können und dürfen wir zukünftig anbieten?“. Auf diesem Fundament basieren alle weiteren Schritte – wie die Betriebsorganisationsplanung oder auch die Erstellung des Raum- und Funktionsprogramms –, um ein bauliches Transformationskonzept erstellen zu können.

 

Stehen auch Sie vor baulichen Herausforderungen?

Sprechen Sie uns gerne an!

Ihr Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe GmbH
f.andree@endera-gruppe.de

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Ein zentrales Thema auf der Suche nach Fachkräften ist die Gestaltung der Arbeitszeit

29. Januar 2025

AKTUELLES

Arbeitszeitmodellierung gegen Fachkräftemangel: zu viele Wünsche, zu wenig Realität?

Vielerorts stehen Klinikbetreiber vor der Herausforderung, sich im Wettbewerb um Fachkräfte, insbesondere im pflegerischen und ärztlichen Bereich, erfolgreich zu positionieren. Wo vor einigen Jahren noch dem neuen Arbeitnehmer zu einem erfolgreichen Bewerbungsverfahren gratuliert wurde, hat sich der Spieß in den letzten Jahren gedreht. Klinikbetreiber und Personalverantwortliche müssen immer findigere Ideen anwenden, um das ersehnte Personal zu gewinnen und zu binden. Hier kennt der Ideenreichtum keine Grenzen: Anwerbungsprämien, Job-Speeddating zum gegenseitigen Beschnuppern, aufwendige Social-Media-Kampagnen, Yogakurse, Massagen in den Pausen, und vieles mehr.

 

Ein zentrales Thema auf der Suche nach Fachkräften ist die Gestaltung der Arbeitszeit, die sich primär an den Bedürfnissen des potenziellen Arbeitnehmers orientiert. Da finden sich Gleitzeitmodelle und Job Sharing, Hybrides Arbeiten und Vertrauensarbeitszeit. Aber ist dies im klinischen Alltag zielführend? Kann der OP-Betrieb tatsächlich später starten, weil eine pflegerische oder ärztliche Kraft vor Dienstbeginn ihr Kind zur Kita bringen muss oder jeden Mittwochmorgen einen Privattermin absolviert und dies vertraglich zugesichert wird? Um die unausgeschöpften Potenziale des Arbeitsmarktes nutzbar zu machen, erscheinen diese Optionen zur Einbindung bzw. Rückgewinnung von Personal machbar, eine Lücke scheint gestopft, sei sie auch noch so klein. Aber leidet nicht die Gesamtorganisation?

 

Aus Sicht der ENDERA Managementberatung ist die völlige Flexibilisierung und das Zuschneiden der Arbeitsgestaltung auf Einzelpersonen der selbstgeschaffene Anfang vom Ende. Die Experten der ENDERA Managementberatung beobachten zunehmend, wie problematisch das Herausheben von Interessen einzelner Personen und/oder Organisationseinheiten hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung für die Modellierung des gesamten Behandlungsprozesses sein kann. Die Berater sehen nicht nur ein enormes Konfliktpotenzial durch das Aufbegehren anderer Einzelmitarbeiter oder Abteilungen, sondern erleben regelhaft, wie lähmend sich diese gut gemeinten Flexibilisierungsansätze auf zuvor straff und wirtschaftlich tragfähige Gesamtprozesse und deren Ergebnisqualität auswirkt. Die Prozesslandschaft eines Klinikbetriebes ist derart komplex und schnittstellenbehaftet, dass das System hakt, sobald ein Zahnrad sich (zeitlich) verschiebt. Exemplarisch stellt die nachstehende Grafik die Komplexität der internen und externen Schnittstellen einer Allgemeinpflegestation dar, die es zu bedienen gilt.

Jede dieser beteiligten Schnittstellen und Berufsgruppen muss auf den Punkt quantitativ und qualitativ abrufbar sein, wenn und wie es der Prozess erfordert. Ein unabgestimmtes Arbeitszeitenwunschkonzert basierend auf Einzelinteressen endet aus Erfahrung in disharmonischen Einzelklängen.

 

Es empfiehlt sich daher folgenden Weg bei der (Neu-)modellierung von Arbeitszeiten:

 

Diese Vorgehensweise lässt sich auf alle oder ausgewählte Organisationseinheiten eines Krankenhauses anwenden und zeigt einen nachhaltigen und langfristig erfolgreichen Weg auf, trotz Fachkräftemangel leistungsbereit zu bleiben. So lassen sich durch eine stringente Orientierung an dieser Vorgehensweise Gestaltungsspielräume identifizieren und im nächsten Schritt ausgestalten sowie die vorhandenen personellen Ressourcen gleichmäßiger auslasten, was im Kontext der Fürsorgepflicht allen Mitarbeitern zugutekommt. Sie stellt jedoch im Gegensatz zu einem Wildwuchs von Einzelabsprachen und Kompromisslösungen hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung sicher, dass betriebliche Interessen und die Einzelinteressen von Mitarbeitenden und ausgewählten Organisationseinheiten im Einklang miteinander stehen und sich gegenseitig unterstützen. Diese Herangehensweise schafft die Grundlage für ein resilientes und zukunftsfähiges Krankenhaus.

Ihr Ansprechpartner:

Stefan König
Geschäftsbereichsleiter Betriebsorganisation & Prozesse
ENDERA-Gruppe GmbH
s.koenig@endera-gruppe.de

Stefan König, Geschäftsbereichsleitung Betriebsorganisation & Prozesse der ENDERA Managementberatung GmbH
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Funktionierende Abläufe und weniger Reibungspunkte durch Prozessleitung

23. Januar 2025

AKTUELLES

Prozessleitung als Stations-Boost: mehr Flow, weniger Chaos

Kliniken suchen immer nach innovativen Lösungsansätzen, um die Patientenversorgung sowie die Arbeitsplatzattraktivität auf den Stationen nachhaltig zu verbessern. Die ENDERA Managementberatung hat dafür ein Modell entwickelt, welches dem Prozess hierarchisch eine disponierte Führungsfunktion zuordnet. In der Umsetzung hat dies zu effektiverer Zusammenarbeit an den Schnittstellen der Berufsgruppen und Organisationseinheiten sowie zu einer hohen Akzeptanz dieser neuen Organisationsform geführt.

 

Kliniken haben in den letzten Jahren in einigen medizinisch und unternehmerisch relevanten Organisationseinheiten sogenannte Prozessmanager in die Aufbauorganisation integriert. Beispielhaft seien an dieser Stelle das OP-, das ZNA- sowie das Belegungsmanagement genannt. All diesen Funktionen ist gemein, dass die Stelleninhaber ausgeprägte berufsgruppen- und organisationsübergreifende Verantwortlichkeiten und Kompetenzen in unmittelbarer hierarchischer Anbindung an die Unternehmensleitung zugewiesen bekommen.

 

Auf Grundlage dieser positiven Erfahrungen hat die ENDERA Managementberatung Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Strukturvorgaben für die Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation eines Stationsbereiches definiert, um Optimierungspotenziale im Bereich der berufsgruppenübergreifenden und stationsübergreifenden Zusammenarbeit zu erkennen und auszuschöpfen. Die unternehmerische Relevanz des Stationsbereiches ergibt sich aus der Tatsache, dass der Patient dort die meiste Zeit seines Aufenthaltes verbringt.

 

Die Stationsbereiche werden zunächst einer Prozess- und Strukturanalyse unterzogen und die Ergebnisse in einer Stärken-/Schwächen-Matrix zusammengefasst. Allen vergleichbaren Projekten war gemein, dass sich Schwächen im Bereich der Kommunikation und unklar definierte Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zeigten, die sich nachhaltig negativ auf die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit auswirkten.

 

Diese Ergebnisse bestätigen die Erwartung, dass die Komplexität der klinischen Prozesslandschaft Kliniken dazu drängt, Optimierungspotenziale in den Stationsbereichen nutzbar zu machen, um die Gesamtabläufe des klinischen Betriebes voranzubringen.

 

Im Ergebnis steht die organisatorische Trennung von Prozess- und Linienverantwortung in Form der „Prozessleitung“. Hierbei ist es bedeutsam, die Position nach „oben“ im Sinne der Unternehmenshierarchie abzugrenzen wie auch gegenüber den (insbesondere ärztlichen und pflegerischen) Linienverantwortlichen, die auch weiterhin eng in die Prozesserbringung und -gestaltung einzubinden sind.

 

In aller Konsequenz ist die Prozessverantwortung die höchste hierarchische Ebene auf einer Stationseinheit. Der Grundgedanke „Prozessleitung Stationseinheit“ ist banal und dennoch erfolgsversprechend, da er sich konsequent in die etablierte Verankerung von Prozessmanagement integrieren lässt.

 

Wir empfehlen für die Besetzung der Station eine pflegerische oder ärztliche Leitung mit tiefen Kenntnissen der zu verantwortenden Prozesslandschaft. Ist diese Person bereits zu Gunsten ihrer Leitungstätigkeit freigestellt, kann die Position kostenneutral besetzt werden.

 

 

Um nachhaltig größtmögliche Erfolgserlebnisse zu generieren, sind folgende Faktoren besonders wichtig: Zum einen gilt es, die neuen Stelleninhaber zu befähigen und zu unterstützen. Die Implementierung der neu geschaffenen Funktion begleiten daher Experten der ENDERA Managementberatung in enger Abstimmung mit dem Projektmanagement der Klinik. Darüber hinaus empfehlen wir das Angebot von zielgerichteten Coachingangeboten für die neuen Stelleninhaber. Des Weiteren legt die ENDERA Managementberatung großen Wert darauf, die anstehenden Veränderungen transparent ins gesamte Unternehmen zu kommunizieren, um die Grundlage für eine größtmögliche Akzeptanz zu schaffen.

 

In einer ersten Projektphase werden relevante Themenfelder benannt und in ein Projektmanagement überführt. Mit Unterstützung der ENDERA Managementberatung werden diese dann in Projektgruppen bearbeitet. Dabei kann der Unterstützungsbedarf abhängig von der Projektierung variieren. Dadurch können die Prozessleitungen sukzessive mehr Selbstständigkeit und Sicherheit bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen erlangen.

 

Als unternehmerische Zielgröße empfehlen wir in diesen und allen zukünftigen Projektierungen die „Patientenzentrierung“, auf die sämtliche Prozessschritte auszurichten sind. Um diese Begrifflichkeit für den Gestaltungsprozess greifbar zu machen, werden den Prozessleitungen drei Leitfragen an die Hand gegeben, die im Vorfeld eines Veränderungsprozesses beantwortet und integriert werden müssen.

 

Die Projektgruppen entwickeln unter enger Einbindung klinikeigener Mitarbeiter alltagstaugliche Konzepte, die die Möglichkeiten und Einschränkungen des Unternehmens widerspiegeln und sich an den jeweiligen Unternehmenszielen orientieren. Dies können zum Beispiel sein:

 

  • Visiten(re)organisation
  • Besprechungsreorganisation
  • Neuordnung von Aufgabenzuordnungen (Delegation)
  • Entlassmanagement

 

Diese beispielhaften Projektierungen führen zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsplatzattraktivität, denn sie schaffen Verbindlichkeiten und fördern die interprofessionelle Zusammenarbeit. Dadurch profitieren nicht nur die Mitarbeiter durch funktionierende Abläufe und weniger Reibungspunkte. Auch Patienten profitieren durch den schnelleren Informationsfluss und die ungestörte Aufmerksamkeit des Personals.

Ihr Ansprechpartner:

Stefan König
Geschäftsbereichsleiter Betriebsorganisation & Prozesse
ENDERA-Gruppe GmbH
s.koenig@endera-gruppe.de

Stefan König, Geschäftsbereichsleitung Betriebsorganisation & Prozesse der ENDERA Managementberatung GmbH
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