Peter Mast

16.12.2021

AKTUELLES

Gründung und Betrieb Kommunaler MVZs – ENDERA-Experteninterview mit Peter Mast

Die medizinische Versorgungslage im hausärztlichen Bereich, teilweise auch im fachärztlichen Bereich, bereitet zunehmend Sorgen, nicht nur bei den Leistungserbringern selbst, sondern auch bei den Patientinnen und Patienten und nicht zuletzt auch in der Öffentlichkeit. Daher sehen sich immer mehr Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Verwaltungen und Gremien mit dem Thema konfrontiert, Lösungen für die Sicherstellung medizinischer Leistungen – häufig in eher ländlich geprägten Gebieten – zu diskutieren, zu verabschieden und zu implementieren. Wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang bringt Peter Mast, Experte im Thema Gründung und Betrieb Kommunaler MVZs, auf den Punkt.

 

Herr Mast, Sie waren Mitinitiator und Geschäftsführer des Kommunalen MVZs in Bad Säckingen im südlichen Baden-Württemberg. Was waren die Beweggründe für die Gründung eines kommunal betriebenen MVZs? Welche wesentlichen Aspekte sind bei der Entscheidungsfindung zu beachten?

 

In Bad Säckingen spielten im Wesentlichen zwei Faktoren eine Rolle, die zur Gründung des kommunalen MVZs führten. Zum einen war nach der Schließung des dortigen Krankenhauses inklusive der Ambulanz ein wichtiger Anlaufpunkt für die Bevölkerung nicht mehr vorhanden. Zum anderen waren in dem Planungsbereich zu derselben Zeit mehr als 15 freie Sitze für Allgemeinmedizin gegeben. Die Stadt Bad Säckingen sah sich somit in der Verantwortung, diese Lücken zu schließen.

Im Rahmen der Entscheidungsfindung sind zwei Punkte besonders zu beachten. Einerseits die kommunalrechtlichen Aspekte, d.h. die Einhaltung der Gemeindeordnung sowie die Abstimmung mit der Kommunalaufsicht zu beachten, die richtige Wahl der Gesellschaftsform zu treffen und selbstverständlich alle formalen Entscheidungswege einzuhalten. Andererseits besteht eine große Herausforderung darin, ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das MVZ zu finden, um entsprechende Anträge bei der Kassenärztlichen Vereinigung stellen zu können. Ein Tipp meinerseits: Man sollte frühzeitig seine Absicht öffentlich äußern und mit anderen Marktteilnehmern abstimmen, um mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

 

Sie sprechen die kommunalrechtlichen Aspekte an. Welche sind aus Ihrer Sicht besonders hervorzuheben?

 

Es beginnt bei der Entscheidung, wer Träger des MVZs werden soll und der geeigneten Wahl der Gesellschaftsform. Im kommunalen Umfeld gibt es neben der bekannten Form der GmbH auch die Möglichkeit des Eigenbetriebs oder des Kommunalunternehmens. Daneben kann auch noch eine Genossenschaft angedacht werden. Alle Alternativen haben Vor- und Nachteile. Dazu kommt, dass die Kassenärztliche Vereinigung ggf. auch noch Bürgschaften des Trägers fordern kann.

Die Entscheidung muss in der Regel in den öffentlichen Gremien (zum Beispiel Stadt- oder Gemeinderat) diskutiert und getroffen werden. Somit ist die Gründung eines kommunalen MVZs sehr öffentlich- und pressewirksam. Die Gründung ist der Kommunalaufsicht anzuzeigen oder von dieser zu genehmigen. Der erstellte Businessplans wird dort noch einmal dahingehend geprüft, dass der kommunale Haushalt durch das MVZ nicht nachhaltig belastet wird.

Und auch hier wiederum ist wichtig: Alle diese Aspekte müssen bei der Zeitplanung berücksichtigt werden. Schnell, schnell ist hier sicher nicht der richtige Ansatz, wenngleich das Thema dringlich erscheint.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie dann beim tatsächlichen Betrieb eines MVZs im kommunalen Umfeld?

 

Neben den üblichen Problemen im Bereich der Personalgewinnung und der Herausforderung, ein MVZ-geeignetes IT-Systeme zu finden, ist es von Beginn an wichtig, dass ein funktionierendes Berichtswesen für die Schaffung von Transparenz und zur Steuerung des MVZs implementiert wird. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Finanzbereich des Trägers (Kämmerei und auch Verwaltungsspitze) ist dabei empfehlenswert, um frühzeitig die Ergebnisentwicklung im Blick zu haben und ggf. kommunale Themen (Beihilfen, Vergabeordnung etc.) strukturiert besprechen zu können.

 

Herr Mast, vielen Dank für das Interview.

 

Für weitere Informationen rund um das Thema MVZ besuchen Sie bitte auch kommunal-mvz.de.

 

Zur Person:

Peter Mast ist Diplom-Mathematiker und seit dem Jahr 1994 im Management von Kliniken tätig. Nach langjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer von Akut- und Rehakliniken in kommunaler, freigemeinnütziger oder privater Trägerschaft – teilweise mit angeschlossenen MVZs – ist er seit 2016 als selbstständiger Berater im Gesundheitswesen tätig und wirkt zugleich als Kooperationspartner der ENDERA-Gruppe für den Bereich „Kommunal-MVZ“.

Ihr Ansprechpartner:

Fred Andree
Geschäftsführer der ENDERA-Gruppe GmbH
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Landarzt gesucht!

16.11.2021

AKTUELLES

Rückenwind für Kommunal-MVZ aus der Politik

Landesgesundheitsminister sprechen sich für die Sicherstellung der ambulanten Versorgung durch Kommunen aus

 

Am 04. und 05. November 2021 sind die Gesundheitsminister der Länder zu einer Sondersitzung mit Herrn Gesundheitsminister Jens Spahn in Lindau zusammengekommen. Dabei haben sie sich auch mit den Entwicklungen im Bereich der MVZ, insbesondere mit dem Einfluss von Finanzinvestoren und der Bedeutung von kommunalen MVZ, auseinandergesetzt.

 

Neben der Notwendigkeit einer Einschränkung des Zugangs zum MVZ-Markt für Finanzinvestoren wünschen die Gesundheitsminister nachdrücklich eine vermehrte Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung durch MVZ in kommunaler Trägerschaft. U.a. sollen die Zulassungsvoraussetzungen für Kommunal-MVZ erleichtert werden und die Gründung eines MVZ-Gründung nur in dem KV-Bezirk möglich sein, in dem der jeweilige Träger des MVZ seinen Sitz hat, oder in einem benachbarten KV-Bezirk. Die Gesundheitsminister wünschen die Einrichtung eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe.

 

Mit diesem Wunsch reagieren die Gesundheitsminister auf die Entwicklungen in ländlichen Räumen, in denen schon heute, vor allem bei den Hausärzten, eine deutliche Unterversorgung herrscht; Tendenz steigend.

 

Die ENDERA-Gruppe begleitet Kommunen kompetent und umfassend bei Gründung und Betrieb kommunaler MVZ, besuchen Sie uns gerne auf kommunal-mvz.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Stephanie Dreher
Leitung MVZ- und Praxis-Management der ENDERA-Gruppe GmbH
s.dreher@endera-gruppe.de

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Krankenhauslandschaft

28.10.2021

AKTUELLES

„Klein denken“ – regionale Versorgungskonzepte

Das Ziel der Krankenhausplanung ist es, eine bedarfsgerechte, wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen. Doch in urbanen Gebieten zeigt sich in der deutschen Krankenhauslandschaft eine Überversorgung, während die Bewohner ländlicher, strukturschwacher Gebiete teils unterversorgt sind. Hierdurch entstehen sowohl Qualitäts- als auch Effizienznachteile.

 

Unser Nachbar Dänemark hingegen nimmt mit seinem zentralisierten Krankenhaussystem seit 2007 die Vorreiterrolle für eine konzentrierte, moderne und spezialisierte Gesundheitsversorgung ein. Wesentlicher Erfolgsfaktor des dänischen Systems ist die staatliche Steuerung, welche eine landesweite und ganzheitliche sektorenübergreifende Planung ermöglicht. Deutschland hat unter anderem mit dem Grundsatz der Trägervielfalt der Krankenhäuser strukturelle Unterschiede, die diesem Ansatz erheblich entgegenstehen.

 

Nichtsdestotrotz gibt es auf regionaler Ebene Möglichkeiten, die Krankenhauslandschaft ganzheitlich zu beplanen. Insbesondere im Falle hoher Investitionen ist die Entwicklung aufeinander abgestimmter, zukunftsfähige Versorgungsstrukturen zwingend geboten.

 

Die ENDERA-Gruppe hat in den Landkreisen Lörrach und Diepholz die Neuplanung von Zentralkliniken bzw. Gesundheitscampussen begleitet, in denen Leistungen von mehreren Krankenhäusern gebündelt und modernisiert angeboten werden können. Unter folgendem Link erhalten Sie einen Einblick in die Entwicklung eines solchen Vorhabens: (https://www.youtube.com/watch?v=NfUUsf4SNKM)

 

Für eine bedarfsgerechte Versorgung und im Besonderen zum Schließen von Lücken in der Gesundheitsversorgung ist es unumgänglich, die vorherrschende Sektorengrenze aufzulösen. Ansätze hierfür werden schon lange diskutiert, stecken derzeit aber noch in den Kinderschuhen. Eine innovative Lösung ist für die Zukunft dennoch zwangsläufig notwendig. So findet sich das Thema auch in den derzeitigen Wahlprogrammen der Parteien wieder.

 

Wie erfolgreich eine Verzahnung stationärer und ambulanter Versorgung sein kann, zeigen bislang Modellprojekte. Auch die ENDERA-Gruppe ist das Thema angegangen: Im Rahmen des Modellprojektes ANITA (AN Intersectoral Treatment Area) haben wir ein Konzept entwickelt, das in Rheinland-Pfalz zu einer verbesserten Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum beiträgt. Eine kurze Beschreibung finden Sie unter folgendem Link: (https://www.zukunft-gesundheitsnetzwerke.de/kirn)

 

Für eine bedarfsgerechte Versorgung muss das Angebot an Gesundheitsleistungen an den Patientenbedürfnissen vor Ort ausgerichtet sein; organisiert als ganzheitliches, sektorenübergreifendes Versorgungskonzept. Hierfür gilt es in den nächsten Jahren die nötigen strukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Wenn nicht auf landesweiter, dann auf regionaler Ebene.

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Umfirmung

09.09.2021

AKTUELLES

Kleiderwechsel – ab sofort alle Töchter im Partnerlook

Nun ist es so weit! Die ENDERA-Gruppe freut sich, dass ab sofort auch ihr ältesten Mitglied erkennbar Teil der ENDERA-Familie geworden ist: Die ANDREE CONSULT heißt ab sofort ENDERA Krankenhausberatung.

Inhaltlich ändert sich nichts: Die ENDERA Krankenhausberatung berät nach wie vor in gewohnt hoher Qualität und steht ihren Kunden weiterhin gern in allen Fragen rund um die Gesundheitsbranche unterstützend zur Seite.

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MVZ-Veranstaltung

30.08.2021

AKTUELLES

Einladung zur Online-Veranstaltung „Werkstattbericht Kommunal-MVZ“ am 02. September 2021 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr

Regionaler Ärztemangel stellt viele Kommunen in Deutschland vor die Herausforderung, eigene Lösungen zu finden, um die primärärztliche Versorgung sicherzustellen. Neben ländlichen Regionen sind deutschlandweit auch viele Städte betroffen, in denen nicht nur die hausärztliche Versorgung, sondern in Teilen auch die fachärztliche Versorgung nicht mehr gesichert ist.

Eine mögliche Lösung, um Ärzte für die jeweilige Region zu gewinnen, ist die Gründung eines Kommunal-MVZ. Dieses kann Ärzten attraktive Arbeitsbedingungen im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses bieten

 

Wir laden Sie herzlich ein, im Rahmen unserer Online-Veranstaltung mit uns gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen von kommunalen MVZ zu sprechen und diese anhand eines Praxisbeispiels näher zu beleuchten.

 

Anmeldungen sind möglich unter www.kommunal-mvz.de/veranstaltungen.php.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Das Kommunal-MVZ 

26.08.2021

AKTUELLES

Das Kommunal-MVZ – Erfolgsfaktoren für den Betrieb

Eine Vielzahl von Kommunen in Deutschland sieht sich aktuell vor der Herausforderung, Lösungen für den regionalen Ärztemangel zu finden. Die Gründung eines kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ist oftmals ein erfolgreicher Weg, um Ärzte für die Region zu gewinnen. Doch der Betrieb eines MVZ stellt viele Kommunen vor große Herausforderungen.

 

Insbesondere für junge Ärzte ist ein Anstellungsverhältnis im kommunalen MVZ sehr reizvoll, da sie dort ohne unternehmerische Verantwortung und mit gesichertem Einkommen tätig werden zu können. Auch ermöglicht eine solche Anstellung oftmals flexibel Arbeitszeitmodelle und verspricht eine Entlastung der angestellten Ärzte von administrativen Tätigkeiten.

 

Doch wie kann der Spagat gelingen, sowohl die breit gefächerten Wünsche und Bedürfnisse der beschäftigten Ärzte zu erfüllen, als auch einen kostendeckenden Betrieb des MVZ sicherzustellen?

 

Wir, die Experten des ENDERA-Teams, sind in der Phase der Gründung und auch des Betriebs von kommunalen MVZ an der Seite der Kommunen. Wir konzipieren und gestalten örtliche MVZ-Lösungen, aber auch Versorgungskonzepte für eine gesamte Region oder regionsübergreifend. Hierbei profitieren die Kommunen von der Erfahrung unserer Berater und Praxismanager im Betrieb privater Praxen und Medizinischer Versorgungszentren deutschlandweit. Wir helfen Kommunen, sowohl attraktiver Arbeitgeber zu sein als auch einen wirtschaftlich stabilen Praxisbetrieb sicherzustellen, ohne Zuschussbedarfe seitens des Trägers.

 

Hierbei sind insbesondere folgende Erfolgsbausteine für den wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb der MVZ-Struktur bereits in der Gründungsphase relevant – ganz unabhängig von den in dieser Phase parallel zu klärenden gesellschaftsrechtlichen, kommunalrechtlichen und kassenarztrechtlichen Fragestellungen:

 

> Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfelds (Räumlichkeiten, Geräte etc.) und eines Gehaltsgefüges, das im ambulanten Vergütungssystem refinanzierbar ist

> Klare Absprachen und Formulierung gegenseitiger Erwartungshaltungen zwischen Träger, Betriebsleitung und angestellten Ärzten, bis hin zum Abschluss von Zielvereinbarungen

> Entwicklung eines Anreiz- und Bonussystems zur Beteiligung der Beschäftigten an wirtschaftlichen Erfolgen (soweit tariflich möglich)

> Professionelle Organisation des Praxisbetriebs unter Berücksichtigung weitmöglicher Digitalisierung und prozessualer Standards sowie der patientenbezogenen Prozesse

> Etablierung eines bedarfsgerechten kaufmännischen Berichtswesens, einschließlich Transparenz der wirtschaftlichen Daten gegenüber den Akteuren vor Ort

> Regelmäßiges Benchmarking der Praxen mit Daten anderer niedergelassener Praxen in der KV-Region und deutschlandweit („Lernen vom Besten“)

> Qualitätssicherung in der Abrechnung

> Etablierung von Führungs- und Managementstrukturen, mit denen es gelingt, den in einem MVZ fehlenden ärztlichen Inhaber adäquat zu ersetzen

> Personalentwicklung und Teambuilding

> Audits zur Sicherung von Qualität und Wirtschaftlichkeit, aber auch zur Einhaltung des Vertragsarztrechts und zum Ausschluss von Regress-Risiken

> Frühzeitige Entwicklung von Modellen, die es den angestellten Ärzten ermöglichen, das MVZ als Sprungbrett in die eigene Niederlassung zu nutzen

 

Sie möchten gerne mehr über uns und unsere umfassenden Leistungen für Gründung und Betrieb kommunaler MVZ erfahren? Ihre Ansprechpartnerin des MVZ- und Praxismanagements, Stephanie Dreher, steht Ihnen gerne zur Verfügung, s.dreher@endera-gruppe.de; +49 (2241) 127397 – 61.

Ihre Ansprechpartnerin:

Stephanie Dreher
Leitung MVZ- und Praxis-Management der ENDERA-Gruppe GmbH
s.dreher@endera-gruppe.de

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MVZ-Beschilderung

19.08.2021

AKTUELLES

Prekäre ärztliche Versorgungssituation? – Bedarfsdeckung durch kommunale MVZ!

Problem erkannt!

 

Der Trend, dass Ärztinnen und Ärzte nach ihrer Facharztausbildung vom Krankenhaus in die vertragsärztliche Versorgung wechseln, ist insbesondere in der hausärztlichen Versorgung vielerorts gebrochen. Vor allem im ländlichen Raum nehmen immer weniger Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin an der hausärztlichen Versorgung teil; die Unterversorgung steigt.

 

Die Kassenärztlichen Vereinigungen, denen es gesetzlich aufgegeben ist, die vertragsärztliche Versorgung sicherzustellen, vermögen es immer häufiger nicht mehr, diesem Trend mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu begegnen. Die Mittel der Kassenärztlichen Vereinigungen sind im Wesentlichen darauf ausgelegt, interessierte Ärztinnen und Ärzte „gerecht“ im Planungsgebiet zu verteilen; auf die sich ändernden Erwartungen und Wünsche der Ärztinnen und Ärzte wissen sie indes keine Antworten.

 

Problem gebannt? Ein Lösungsansatz

 

Ganz anders und vielfältiger sind die Mittel der Kommunen, denen es möglich ist, bedarfsgerechte Rahmenbedingungen zu schaffen, um einerseits Ärztinnen und Ärzte für die hausärztliche Versorgung zu binden und andererseits eine umfassende Versorgung der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

 

Ein möglicher Raum, in dem sowohl die Interessen der Ärztinnen und Ärzte als auch der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt und ausgeglichen werden können, ist ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Die Gründereigenschaft der Kommunen wird in § 95 Abs. 1a Satz 1 SGB V ausdrücklich genannt.

 

Welche Möglichkeiten bieten sich den Kommunen?

 

Nachdem Niederlassungen durch Ärztinnen und Ärzte nicht mehr im erforderlichen Umfang erfolgen, gilt die Maxime „Privat vor Staat“ nicht mehr uneingeschränkt, betroffene Kommunen können unter den weiteren Voraussetzungen des für sie geltenden Kommunalverfassungsrechts wirtschaftlich tätig werden.

 

Die Besonderheiten des Kommunalrechts werden im SGB V berücksichtigt, indem nicht nur Personengesellschaften, eingetragene Genossenschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung, sondern auch öffentlich-rechtliche Rechtsformen der Trägerschaft eines MVZ in § 95 Abs. 1a Satz 3 SGB V genannt werden. Ein kommunales MVZ kann, abhängig von den Erwartungen der jeweiligen Kommunen, also z.B. auch als Regiebetrieb, Eigenbetrieb oder Anstalt des öffentlichen Rechts betrieben werden.

 

Und jetzt?

 

Auch wenn an der Notwendigkeit der Gründung eines kommunalen MVZ keine Zweifel bestehen, um die umfassende Versorgung der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, sind die dahinterstehenden Prozesse nicht zu unterschätzen. Es bedarf einer genauen Situationsanalyse und Prüfung aller Optionen, um der spezifischen kommunalen Situation gerecht zu werden.

 

Die Experten der ENDERA-Gruppe können Sie in allen Phasen, d.h. von den ersten Analysen über die Gründung bis zum Betrieb eines kommunalen MVZ, begleiten.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.kommunal-mvz.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Stephanie Dreher
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Hausärzte

05.08.2021

AKTUELLES

Prekäre ärztliche Versorgungssituation? – Bedarfsdeckung durch kommunale MVZ!

Die ärztliche Versorgungssituation hat sich in den letzten Jahren in Deutschland deutlich verändert. Ein wesentlicher Trend besteht darin, dass es immer mehr angestellte Ärztinnen und Ärzte gibt – also eine Abkehr von der eigenen Praxis als niedergelassene Ärztin bzw. niedergelassener Arzt. Zunehmende und zugleich auch strukturelle Herausforderungen ergeben sich jedoch nicht nur aus dem gestiegenen Wunsch nach einer Festanstellung. Vielmehr zeigen sich immer mehr Lücken in der Nachbesetzung oder umgekehrt formuliert: es gibt eine erhebliche Zahl an Niederlassungsmöglichkeiten – nicht für alle Arztgruppen gleichermaßen, jedoch insbesondere bei Hausärzten (siehe Abbildung 1) und teilweise auch in der allgemeinen ärztlichen Versorgung, allen voran bei Psychotherapeuten, aber auch Kinder- und Nervenärzten.

 

Abbildung 1 – Quelle: KBV, Werte aus 2019

 

 

Verstärkt wird diese Unterversorgung durch ein ansteigendes Durchschnittsalter bei den Ärztinnen und Ärzten. Betrug das Durchschnittsalter der Hausärzte im Jahr 2008 noch 52,2 Jahre, so stieg es bis 2020 auf 55,4 Jahre an. Der Anteil der Ärztinnen und Ärzte über 65 Jahre hat sich im selben Zeitraum mehr als verdreifacht – von 4,6% auf 15,7%. Nimmt man die Gruppe der 60- bis 65-Jährigen hinzu, war 2008 rund jeder fünfte Arzt 60 Jahre und älter, 2020 zählt schon jeder Dritte zu den über 60-Jährigen. Daraus lässt sich erkennen, dass der Zustand der Unterversorgung voraussichtlich noch weiter zunehmen wird – dies überwiegend, jedoch nicht ausschließlich im ländlichen Raum (siehe Abbildung 2).

 

Abbildung 2 – Quelle: KBV

 

 

Sowohl die (zunehmende) Unterversorgung als auch die Veränderungen in der Arbeitsform der Ärztinnen und Ärzte – Festanstellung statt eigener Praxis – werfen Fragen auf: Wie lässt sich mit dieser Situation umgehen? Wer muss handeln?

 

Die Corona-Krise hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie sensibel das Thema Gesundheitsversorgung zu sehen ist. Zum einen besteht ein „Grundbedürfnis“ nach adäquater Versorgung in der Bevölkerung. Zum anderen kann die Versorgungssituation auch als Standortfaktor betrachtet werden. Eine angemessene und gute ärztliche Versorgungslage zählt genauso zu den attraktiven Faktoren wie Wohnqualität, Freizeitmöglichkeiten oder gar das Grundbedürfnis nach Arbeit (wirtschaftliche Stabilität). Und spätestens damit gehört die Gesundheitsversorgung zu den Themenfeldern, mit denen sich Bürgermeister, Landräte, allgemein gesprochen Vertreter der kommunalpolitischen Ebenen und Gremien beschäftigen müssen. Wird eine Unterversorgung festgestellt, müssen Lösungsansätze gefunden werden, wird eine drohende Unterversorgung antizipiert, müssen rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden.

 

Immer häufiger wird als Lösungsmöglichkeit die Gründung eines „Kommunal MVZ“ in Betracht gezogen – wofür es gute Gründe und auch schon mehrere Beispiele in der Praxis gibt. Bevor jedoch mit der Konzeption und Umsetzung eines kommunalen MVZ begonnen wird, müssen zwingend folgende Fragestellungen strukturiert und auf Basis einer validen Analyse (belastbare Datengrundlage) beantwortet werden:

 

  1. Wie sieht die aktuelle Versorgungssituation in unserem Planungsbereich (Mittelbereich für Hausärzte, Kreisregionen für allgemeine fachärztliche Versorgung, z. B. Kinder- oder Nervenärzte) aus?
  2. Welche Niederlassungsmöglichkeiten bestehen aktuell in dem Planungsbereich?
  3. Wie wird sich die Situation im Planungsbereich weiterentwickeln? Z. B. Altersstruktur der Ärzteschaft, demografische Entwicklung, ggf. weitere weiche Standortfaktoren.

Bei dieser Analysearbeit geht es um ein Höchstmaß an objektiver Darstellung und das vollständige Erfassen aller relevanten Daten. Sehr gerne lassen wir Ihnen beispielhaft eine von uns ausgearbeitete Analyse zukommen und beantworten jederzeit Fragen im Zusammenhang mit der Bedarfsermittlung und Marktanalyse zur Versorgungssituation in Ihrem Planungsbereich.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.kommunal-mvz.de.

Ihre Ansprechpartnerin:

Stephanie Dreher
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s.dreher@endera-gruppe.de

Stephanie Dreher, Leitung MVZ- und Praxis-Management der ENDERA-Gruppe GmbH
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Fotografie: Timo Lutz Werbefotografie

26.07.2021

AKTUELLES

Für das neue Zentralklinikum im Landkreis Diepholz ist ein weiterer Meilenstein erreicht.

Für das im Vorfeld über ein Bewerbungsverfahren ausgewählten Klinikgrundstück „Twistringen-Borwede“ haben sich 12 Wettbewerber intensiv mit dem Standort und der komplexen Aufgabenstellung auseinandergesetzt. Der Leitgedanke für die Planungsaufgabe „Das neue Krankenhaus darf ‚anders‘ sein als andere Krankenhäuser – es darf ungewöhnlich sein“. Hierauf waren die städtebauliche Setzung und die inneren Betriebsabläufe auszurichten.

 

Mit diesem Fokus überzeugte der Entwurf des Generalplanerteams um LUDES Architekten – Ingenieure GmbH aus München das Preisgericht vollumfänglich. Mit im Planungsteam waren die Landschaftsarchitekten brandenfels landscape+environment aus Münster und die TGA-Planer Passau Ingenieure GmbH aus Düsseldorf sowie Rieker Planungsgesellschaft mbH aus Schwaikheim aktiv. Wir gratulieren den verdienten Gewinnern des Planungswettbewerbs!

 

Weitere Informationen zum Planungswettbewerb finden Sie unter: zentralklinik-lkd.de/der-planungswettbewerb.

Ihre Ansprechpartnerin:

Sabine Bommel
Geschäftsbereichsleitung Bauliche Ziel- und Masterplanung der ENDERA Managementberatung GmbH
s.bommel@endera-gruppe.de

Sabine Bommel, Geschäftsbereichsleitung Bauliche Ziel- und Masterplanung der ENDERA Managementberatung GmbH
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Kliniken des Landkreises Lörrach

16.07.2021

AKTUELLES

Baustelle geht online

Nach dem erfolgreichen Projektstart haben die Kliniken des Landkreises Lörrach ab sofort eine Baustellenkamera installiert. Die Kamera erlaubt allen Interessierten einen Überblick sowohl von Osten als auch von Westen. Mittels Kalender und Zeitleisten ist auch ein direkter Vergleich der Baustadien möglich.

 

Wir dürfen den Fortschritt bei unserem Kunden also weiterhin im Auge behalten😉

 

https://www.devisubox.com/dv/dv.php5?pgl=Project/interface&sRef=9NE8MVPIW

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Sabine Bommel
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